Am 2. und 3. August in Eichenzell bei Fulda

„Zeitreise ins 18. Jahrhundert“ verwandelt Schlosspark in  ein lebendiges Museum

 

    E i c h e n z e l l. -  Wie sahen feine Damen zur Zeit von Goethe und Schiller aus? Welche Kleider trugen die einfachen Leute? Warum waren Uniformen bunt, als Friedrich der Große regierte? Sind hessische Soldaten wirklich von ihrem Landgrafen nach Amerika verkauft worden? Antworten auf diese und viele andere Fragen geben am Wochenende 2./3. August 2003 rund 150 Militär- und Zivildarsteller in zeitgenössischen Uniformen und Gewändern im Schloss Fasanerie (Adolphseck) bei Eichenzell in der Nähe von Fulda: Die Gesellschaft für  Hessische Militär- und Zivilgeschichte und die Hessische Hausstiftung bitten an diesem Wochenende wieder zur „Zeitreise ins 18. Jahrhundert“. Die Veranstaltung, die auch in den vergangenen Jahren einige tausend Besucher verzeichnete,  ist die einzige ihrer Art in ganz Hessen.

 

   Jeweils von 10 bis 17 Uhr darf die Öffentlichkeit eintauchen in die Welt, wie sie vor 250 Jahren gewesen sein mag. Ausgesuchte Darsteller zeigen sich als Militär- und Zivilpersonen der Zeit zwischen 1740 und 1786 in hessischen, preußischen, sächsischen, französischen, englischen und schottischen Uniformen des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) und in den Monturen der  in britischem Sold stehenden Hilfstruppen aus Hessen, Braunschweig und Ansbach-Bayreuth im amerikanischen Revolutionskrieg (1775 - 1783) . Zu sehen sind auch Darsteller der damaligen Feinde jener deutschen Söldner, amerikanische Milizsoldaten  nebst einiger indianischer Kundschafter.

   Allesamt werden Kostproben ihrer militärischen Kunst geben, die „Griffe kloppen“ wie vor 250 Jahren sowie Waffen und Ausrüstung vorführen und erklären. Zweimal täglich werden die verschiedenen Truppen im Rahmen einer kleinen  Militärparade auf dem Vorhof des Schlosses vorgestellt und in einem Feldmanöver zu sehen sein.

  Zwischendurch können die Besucher das nach preußischem Muster angelegte Militärlager an den Wachhäusern inspizieren, die Soldaten beim Exerzieren beobachten oder schaudernd die scharfen Gerätschaften des Militär-Chriurgus betrachten. Die Kunst des Landvermessens und Kartographierens  im 18. Jahrhundert wird wissenschaftlich fundiert vorgeführt und vorgetragen. Und natürlich kann man einigen Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

  In einem kleinen Kostümspiel, das jeweils am Nachmittag aufgeführt wird, können die Zuschauer erfahren, warum hessische Bauern anfangs die Kartoffel nicht mochten, was es mit den „Kaffeeschnüfflern“ auf sich hatte, und – ein echter Augenschmaus -  was die Baronesse damals „drunter“ trug. Wer mag, darf mit  höfisch gewandten Damen und Herren der Kostümgruppe „L´Age des Lumieres“ artig im Park lustwandeln. Die Familie Lautze-Borschel von der Friesenzucht vom Lindenhof bei Flieden wird danach Kostproben klassischer Reiterei geben.

Der Eintritt zu der Veranstaltung kostet jeweils 2.- Euro. Kinder bis 12 Jahre und Behinderte dürfen kostenlos zusehen. Siehe auch: www.hessen-militaer.de

 

Sie  erreichen das Schloss Fasanerie von der Autobahn A 7 aus über die Abfahrt Fulda-Süd/Eichenzell, durch Eichenzell und Bronnzell (von dort aus ausgeschildert: Schloss Fasanerie/Adolphseck).

 

Eindrücke von früheren Zeitreisen finden Sie hier per Klick

 

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Stand: 21. Oktober 2003