MUSIKER GESUCHT

 

Sie hören (mit etwas Geduld):

The British Grenadiers

aus dem Film Barry Lyndon

 

Auf gnädigsten Special-Befehl des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Friedrichs, Landgrafen zu Hessen, Fürsten zu Hersfeld, Grafen zu Katzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg und Hanau etc., Ritters des Königlich Großbritannischen Ordens vom blauen Hosenbande, wie auch des Königlich Peussischen Ordens vom schwarzen Adler etc. ...

 

Die Darstellungsgruppen Füsilier-Regiment von Ditfurth und Infanterie-Regiment Erbprinz von Hessen-Darmstadt suchen jeweils Trommler und Pfeifer für Militärmusik des 18. Jahrhunderts. 

Jede Kompanie eines Regiments hatte 3 Tambours (Trommler), die Grenadier-Kompanie zusätzlich noch 2 Pfeifer. Die Musik dieser Spielleute war fester Bestandteil für den militärischen Dienst in der Garnison und im Felde. Das Auf- und Abziehen von Paraden, die Wachablösung, Truppeninspektionen durch hohe Offiziere oder den Landesherren, die Handgriffe mit dem Gewehr, das Formieren, Bewegen und Schwenken von Einheiten in langgezogenen, dünnen Schlachtlinien der Lineartaktik des 18. Jahrhunderts waren ohne die Begleitung durch Trommler und Pfeifer undenkbar. Kurze Trommelsignale unterstützten die Ausführung von Befehlen, längere Märsche gaben den Takt für den Gleichschritt und sollten die Soldaten im Gefecht anspornen. 

Wer je einen Spielfilm mit Militär des 18. und frühen 19. Jahrhunderts gesehen hat weiß welch große Bedeutung die Musik der Spielleute für den damaligen Soldatenalltag in Krieg und Frieden hatte. Da es der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte aber an Spielleuten fehlt, versuchen wir auf diesem Weg diesen Mangel zu beheben. 

Aufgrund der sparsamen Instrumentierung unterscheidet sich die Militärmusik des 18. Jahrhunderts sehr deutlich von dem, was man heute unter Marschmusik versteht. Ihr fehlte noch der „dröhnende Pathos“ (Hans Bleckwenn) der Militärmusik, die wir aus der Kaiserzeit kennen. Trotz der geringen Mittel im Vergleich zu den heutigen Musikkorps, ist auch die für uns ungewohnt gewordene Militärmusik des 18. Jahrhunderts sehr stil- und reizvoll. 

Sowohl für Kommandos als auch für Märsche des hessischen Militärs haben wir zeitgenössisches Notenmaterial aus dem 18. Jahrhundert aus Archiven. Für die Uniformierung und Ausrüstung stellen wir Material und Arbeitsanweisungen oder Bezugsquellen zur Verfügung. Die Darstellung eines Tambours oder Pfeifers erscheint uns aufgrund der reichgeschmückten Uniform und der herausragenden Position und Bedeutung der Spielleute als besonders reizvoll. Leider verhindert der Mangel an musikalischem Talent, dass bislang nicht mehr als ein Mitglied unserer Gesellschaft einen hessischen Tambour darstellt. 

Wer Interesse hat und nähere Informationen wünscht, möchte sich bitte über unser Kontaktfeld oder über eine der beiden Darstellungsgruppen mit uns in Verbindung setzen. Einem tüchtigen Spielmann wird die Hochschätzung der gemeinen Soldaten, Unter- und Oberoffiziers, aber auch der Soldatenweiber und des Publikums sicher sein.

 

                       

              

Regiment von Ditfurth. Grenadier-Tambour. Zeitgenössische Darstellung 1785. Regiment von Ditfurth. Grenadier und Tambour. Regiment Erbprinz von Hessen-Darmstadt. Musikerrock um 1755. Nach H. Bleckwenn.

 

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Stand: 10. September 2002